Anhaltisches Theater Dessau
Vorschau221. Spielzeit 2015/16

Komische Oper

Sitten und Unsitten am Theater – Da muss Mutti ran!

(Le convenienze ed inconveniente teatrali)

Musik von Gaetano Donizetti
Text von Domenico Gilardoni

»Lass mich durch, sonst kriegt ihr eine gepfeffert!« »Meine Mutter, wie gerufen!« »Die fehlt uns gerade noch, die alte Kneifzange!« »Na dann gute Nacht, Theaterprobe!« Wie viel Theater-Wahrheit steckt in den Sitten und Unsitten am Theater? Stimmt denn das mit den Allüren und Marotten von Opernsängern, Regisseuren und Dirigenten? Das verraten wir natürlich nicht – noch nicht! Aber auf jeden Fall ist ein vergnüglicher Theaterabend gesichert. Donizettis Oper war bei ihrer erfolgreichen Uraufführung 1827 in Neapel als »Farce« angekündigt worden, damit bezeich- neten die Neapolitaner eine lustige Oper mit Dialogen. In den 1960er-Jahren wiederentdeckt, ist die quirlige Satire des Opern- betriebs inzwischen zu einer der beliebtesten komischen Opern geworden, deren Funken sprühende Musik genauso wenig ihre Wirkung verfehlt wie die amüsante backstage-comedy. Was für ein Theater! Auf der Probe einer großen tragischen Oper geht es drunter und drüber. Während die zweite Sänge- rin und der Countertenor um effektvollere Musik für ihre Arien kämpfen, hat die Primadonna ihren Ehemann als Verstärkung auf die Probe mitgebracht, um ihre Vormachtstellung zu sichern. Der eitle Tenor geht allen auf die Nerven, indem er ständig auf die Einhaltung seiner Rechte pocht – vielleicht auch, um davon abzulenken, dass es bei ihm stimmlich ein wenig kriselt. Irgendwie normaler Theateralltag, so scheint’s. Erst die Mutter der zweiten Sängerin bringt das Fass zum Überlaufen. Und diese Mamma Agata – eine der seltenen ›Rockrollen‹ für einen Bassbariton – setzt nicht bloß im sprichwörtlichen Sinn ihre Ellenbogen ein, um die Karriere ihrer Tochter zu beflügeln. Als der Countertenor wutentbrannt abreist, schnappt sie sich kurz entschlossen dessen Rolle. Doch es häufen sich weiter die Misshelligkeiten, und bald ist die Premiere in Gefahr. Hier ist Mamma Agata als echter deus ex machina gefragt!

Musikalische Leitung Daniel Carlberg
Inszenierung Holger Potocki
Bühnenbild Markus Pysall
Kostüme Katja Schröpfer
Choreographie Tomasz Kajdański

10.04.16, 17.00 Großes Haus
11.06.16, 17.00 Großes Haus