Anhaltisches Theater Dessau
Vorschau221. Spielzeit 2015/16

Trauerspiel

Maria Stuart

von

Friedrich Schiller

»Löst mir das Herz, dass ich das Eure rühre« Friedrich Schillers Trauerspiel Maria Stuart ist eines jener klassischen Dramen, in denen der Dichter und Historiker exemplarische Schicksale poetisch überhöht und auf ihre allgemein gültigen Botschaften befragt hat. Am Beispiel der schottischen Königin, die nach der Ermordung ihres Mannes 1568 bei ihrer englischen Rivalin Elisabeth I. Asyl suchte und von dieser schließlich zum Tode verurteilt wurde, spielt er die Facetten von Macht und Neigung, Verstand und Gefühl durch. Dabei ist es vor allem die tugendhafte Elisabeth, die in einen unauflöslichen Konflikt gerät: Weil auch Maria Stuart legitimen Anspruch auf den englischen Thron anmelden kann, muss sie sich gegen die Kontrahentin zur Wehr setzen – selbst um den hohen Preis, dass sie ihren Untertanen grausam und herzlos erscheint und am Ende ihre nächsten Vertrauten verliert. Die Titelheldin hingegen ist zwar machtlos, aber eben darum auch freier als die Regentin, die von der Meinung des Hofes wie des Volkes abhängig bleibt. In einer der berühmtesten Szenen der Literaturgeschichte, der Begegnung beider Frauen im Schlosspark von Fotheringhay, treibt Schiller diesen tragischen Konflikt auf die Spitze – und leitet zugleich jene Katastrophe ein, die auch die vielen Männer nicht verhindern können, von denen die Rivalinnen umgeben sind. Marias Tod ist fortan unausweichlich – aber auch Elisabeth wird am Ende als Verliererin aus diesem ungleichen Kampf hervorgehen. Ein zeitlos gültiges Spiel um die weibliche Seite der Macht, erzählt in der wortgewaltigen Sprache des Klassikers Schiller.

Inszenierung Ralf Siebelt
Bühnenbild Jürgen Lier

19.03.16, 17.00 Großes Haus
25.03.16, 17.00 Großes Haus
17.04.16, 17.00 Großes Haus
30.04.16, 16.00 Großes Haus
03.06.16, 19.30 Großes Haus