Anhaltisches Theater Dessau
Vorschau221. Spielzeit 2015/16

Tanzpantomime

Der wunderbare Mandarin

(A csodálatos Mandarin)

Musik von Béla Bartok
Libretto von Menyért Lengyel

Oper

Herzog Blaubarts Burg

(A kékszakállú herceg vára)

Musik von Béla Bartok
Text von Béla Balázs

»Wo ist die Bühne: außen oder innen?« Zweimal Bartók. Zum einen Tanztheater, das deutliche Reflexe der Schrecken des I. Weltkriegs zeigt. Zum anderen Musiktheater, das – vor dem Krieg entstanden – noch mit dem Versuch spielt, die Welt durch Liebe zu retten.

Bei der Uraufführung 1926 im katholischen Köln rief Bartóks Tanzpantomime Der wunderbare Mandarin einen Skandal hervor. Oberbürgermeister Konrad Adenauer verbot weitere Aufführungen. Bartók zeigt menschliche Schattenseiten und steigert sie mit einer zwischen schwelgerischer Klangmalerei und aggressiven Klangballungen changierenden Musik zu einer beklemmenden Endzeitvision. Drei Diebe zwingen eine junge Frau, zwei Männer anzulocken, um sie anschließend auszuplündern. Ein drittes Opfer ist der unheimliche Mandarin, den die Frau nur höchst widerwillig umgarnt. Die Diebe rauben ihn aus und versuchen ihn umzubringen, doch er erhebt sich immer wieder, um sich auf die Frau zu stürzen. Erst als die Frau ihn von sich aus umarmt, kann er sterben.

Nach dem ihm gewidmeten »Mysterium in einem Akt« von Béla Balász schuf Béla Bartók Herzog Blaubarts Burg, seine einzige Oper. Das 1918 in Budapest uraufgeführte musiktheatralische Tongemälde zeigt den ungarischen Komponisten auf dem Weg von rauschender Spätromantik und malerischem Impressionismus hin zu einer unverwechselbaren Handschrift mit den kantigen Umrissen aus der Musik der ungarischen Landbevölkerung. Judith folgt Blaubart auf sein Schloss, sie möchte dessen kalte Welt mit ihrer Liebe besiegen. Als sie den zunächst widerwilligen Blaubart dazu drängt, ihr die Schlüssel zu geheimnisvollen Türen zu geben, werden überwältigende, aber zunehmend auch grauenhafte Geheimnisse Blaubarts offenbar. Blaubarts Offenheit gegenüber Judith bewirkt keine Annäherung, sondern schließlich vollständige Entfremdung. Hinter der siebten und letzten Tür erscheinen drei vormalige Frauen Blaubarts – von diesem als Morgenröte, Mittagssonne und Abenddämmerung verklärt. Judith muss sich ihnen als Dunkelheit der Nacht anschließen. Blaubart bleibt in seiner Welt allein zurück.

In ungarischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Daniel Carlberg
Inszenierung und Choreographie Tomasz Kajdański
(Der wunderbare Mandarin)
Inszenierung Benjamin Prins
(Herzog Blaubarts Burg)
Bühnenbild Moritz Nitsche
Kostüme Judith Fischer

Premiere 29.04.16, 19.30 Großes Haus
21.05.16, 17.00 Großes Haus
05.06.16, 16.00 Großes Haus
19.06.16, 17.00 Großes Haus