Anhaltisches Theater Dessau
Vorschau221. Spielzeit 2015/16

Tragische Oper

Der Diktator

Text und Musik von Ernst Krenek

Tragische Oper/Komische Oper

Der Zar lässt sich photographieren

Musik von Kurt Weill, Text von Georg Kaiser

»Schade, schade! Ich hätte dich geliebt!« Das Anhaltische Theater stellt im Rahmen des Kurt Weill Fest 2016, das unter dem Motto »Krenek, Weill und die Moderne« steht, zwei der markantesten Operneinakter der 1920er Jahre vor, die außergewöhnlich viele Parallelen aufweisen. Der Diktator von Ernst Krenek und Der Zar läßt sich photographieren von Kurt Weill stehen für den selbstbewussten musikdramatischen Aufbruch ihrer gleichaltrigen Komponisten; sie wurden im Abstand von wenigen Monaten im selben Jahr 1928 uraufgeführt. Beide Werke stellen wie zahlreiche »Zeitopern« dieser Jahre die Welt der Epoche in pointierter Weise auf die Bühne – in beiden Fällen sind es hier Portraits von Diktatoren, auf die Attentate geplant sind. Die Opern nehmen zwar eine kritische Haltung zu autoritärer Herrschaft ein. Doch im Fokus steht nicht die Politik, sondern der Mensch in der Gesellschaft der Moderne. Das betrifft nicht nur die Handlungsorte – ein mondänes Pariser Fotoatelier und ein nicht minder mondänes Schweizer Berghotel – sondern vor allem die Begegnungen zwischen den selbstbewusst-charismatischen Herrschern à la Mussolini und den bewaffneten Frauen, die sich ihnen nähern und sie herausfordern. Die Lösung der jeweiligen Konstellation ist bei Krenek archaisch tragisch, bei Weill höchst komisch.

Musikalische Leitung Daniel Carlberg
Szenische Einrichtung Doris Sophia Heinrichsen
Bühnenbild Nicole Bergmann
Kostüme Jessica Rohm