Nathan der Weise

Ein dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing

Es ist ein Märchen, das Märchen von einem, der auszog zu leben und dennoch andere leben zu lassen. Die Geschichte handelt von Nathan, dem einst alles genommen wurde, seine sieben Söhne, seine Frau, von Christen getötet und der dennoch ein kleines Kind zu sich nimmt, eine Waise, eine Christin. Nach Jahren kehrt er von einer Geschäftsreise in sein neues Zuhause zurück, an einen Ort, an dem Juden, Moslems und Christen seit Jahrhunderten nebeneinander wohnen. Hier in Jerusalem lebt er mit seiner Pflegetochter Recha, in einer Stadt, in der der Kampf um die Macht zum täglichen Geschäft gehört. Kaum angekommen erfährt Nathan, dass sein Haus brannte und die kaum 18-jährige Recha beinahe umgekommen wäre. Ein christlicher Tempelherr rettete ihr Leben und setzte Rechas Herz in Flammen. Eine verwickelte Geschichte um Liebe, Glaube und Verrat nimmt ihren Anfang. Und der Jude gerät hinein, in die politischen und religiösen Auseinandersetzungen zwischen Moslems und Christen. Von den Christen gehasst und gejagt, von den Moslems in die Rolle des willigen Geldgebers gezwungen, wird dennoch Nathans Glaube an die Wunderkraft eines Ringes, der die Gemeinsamkeiten aller Weltreligionen beschwört, für einen kurzen Moment zur Wirklichkeit. Denn hier ist nichts wie es scheint, der Tempelherr von Geburt ein Moslem, Recha, die bei einem Juden aufgewachsene Christin, ist seine Schwester und Sultan Saladin beider Onkel. Doch mitten im Happy End steht der Jude Nathan allein und ein altes Märchen war nur für einen kurzen Augenblick die Realität. Lessing hat vor über 230 Jahren ein sehr aktuelles Stück geschrieben. Denn inmitten des weltweit heraufbeschworenen „Clash of Cultures“ wirkt sein Ruf nach Menschlichkeit, Würde und Respekt noch immer wie eine ferne Utopie.

Die Produktion „Nathan der Weise“ wird unterstützt durch den Freundeskreis des Dessauer Theaters


Aufführungsdauer: 3h 20 Min. (inkl. 1 Pause)

Inszenierung André Bücker
Bühne und Kostüme Suse Tobisch
Musik Daniel Dohmeier
Dramaturgie Holger Kuhla
Saladin Stephan Korves
Sittah Antje Weber
Nathan Uwe Fischer
Recha Katja Sieder
Daja Eva Marianne Berger
Tempelherr Sebastian Müller-Stahl
Derwisch Thorsten Köhler
Patriarch Gerald Fiedler
Klosterbruder Dirk Greis

PRESSESTIMMEN

Raus aus der Vergangenheit Die Deutsche Bühne, 11 | 2009

von Andreas Hillger

André Bücker vollbringt am Anhaltischen Theater in Dessau einen auf ganzer Linie überzeugenden Neustart als Nachfolger von Johannes Felsenstein

Eine Putzfrau, ausgerechnet eine Putzfrau ist es, die zur Augenzeugin der Verschwörung wird: Im verwüsteten Plenarsaal, wo Luftballons zwischen umgeworfenen Stühlen liegen, blickt sie schweigend auf den abgesetzten Herrscher und seine First Lady herab. Und während sich die Anhänger des Gewesenen spätestens in diesem Augenblick auf radikale Ablehnung einigen, sehen all jene, die auf das Kommende gehofft haben: Hier findet tatsächlich ein Akt der Reinigung statt, ein Kehraus jener Tradition, die auf dem Anhaltischen Theater zuletzt bleischwer lastete.

Nichts weniger hatte André Bücker für seine erste Dessauer Spielzeit angekündigt, nichts weniger hat sein Team mit dem ersten Premierenwochenende gehalten: Der Premieren-Hattrick aus Einar Schleefs „Abschlussfeier“, Richard Wagners „Lohengrin“ und Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ war eine politische und poetische Ansage, die in ihrer programmatischen Geschlossenheit wie in ihren ästhetischen Differenzen zu schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigte. Dass sich der neue Generalintendant dabei in nobler Zurückhaltung übte und seine eigene Inszenierung an den Schluss des großen Theater-Festes stellte, durfte nach den Tagen des Patriarchen Johannes Felsenstein als Bekenntnis zum demokratischen Miteinander verstanden werden.

Die Fallhöhe seines „Nathan“ aber ist gleichwohl himmlisch: Rechas Vision, die einen Engel statt des Tempelherrn für ihre Rettung aus dem Feuer verantwortlich macht, wird als Prolog auf der großen Showtreppe zwischen Erde und Wasser, Feuer und Luft sichtbar beglaubigt. Im elementaren Bühnenbild von Suse Tobisch, die auch für die sakrale Haute Couture der Kostüme verantwortlich zeichnet, liest das neue Ensemble fortan einen alten Text, als wäre er ein Stück von heute. Uwe Fischers Nathan ist kein statuarischer Weiser, sondern ein von Kleinmut und Zweifeln getriebener Mensch, der sich seine Güte mühsam erarbeiten muss – und eigentlich lieber sein Gärtchen bestellen würde. Doch seitdem der selbstbewusste, kraftstrotzende Tempelherr (Sebastian Müller-Stahl) seine traumverlorene Adoptivtochter Recha (Ines Schiller) aus den Flammen getragen hat, bleibt ihm weder Zeit für seinen skurrilen Derwisch-Freund (Thorsten Köhler) noch für die Glaubensnöte seiner Dienerin Daja (Eva-Marianne Berger), die unter der Last ihrer Kruzifixe zusammenzubrechen droht und vom vielen Beten schon Pflaster an den Knien hat. Zwischen dem bigotten Patriarchen (Gerald Fiedler) und dem leichtsinnig toleranten Kampfsportler Saladin (Stephan Korves) muss der Jude sein höchstes Gut verteidigen – und gleichzeitig die Begehrlichkeiten von Sittah (Antje Weber) abwehren. Wie gut, dass wenigstens der Klosterbruder (Henning Kober) als Deus ex machina hält, was sein mit Heiligenbildchen bestickter Kittel verspricht …

André Bücker glückt es auf überraschende Weise, den Humor des Lessing-Textes als Geschmacksverstärker für die Bitterkeit freizulegen, er schlägt in der überwältigenden Körperlichkeit seines Ensembles einen gleichermaßen natürlichen wie hohen Ton an – und läuft am Ende in einhellige Begeisterung, nachdem sich am Vorabend ein Sturm aus Buh- und Bravo-Rufen über seine neue Chefregisseurin ergossen hatte. Dabei war auch Andrea Moses mit ihrem „Lohengrin“ ein großer Wurf gelungen: Sie hatte nicht nur den schimmernden Helden als Demagogen entzaubert, der mit seinem Frageverbot einen esoterischen Faschismus etabliert. Sie hatte zugleich den Hochbunker aus dem Jahr 1938 in all seinen gigantischen Möglichkeiten ausgeschöpft – und mit dem Haus auch die Menschen bewegt.

Denn dies war die frappierendste Neuerung ihres Abends, der in Christian Wiehles Ausstattung Schnürboden und Versenkung, Hinter- und Seitenbühne beansprucht: Ihre individuelle und präzise Figurenführung löste endlich jene musiktheatralische Qualität ein, die in den letzten Jahren vor Ort meist zur bloßen Behauptung verkommen war. Der Chor, verstärkt um Mitglieder des Extrachores und des freien Coruso-Ensembles, zeigte sich unter der Leitung von Helmut Sonne sängerisch wie darstellerisch in der Form seines Lebens, die Anhaltische Philharmonie spielte unter Antony Hermus gar weit über ihren bisherigen Möglichkeiten. Wie hier die Szene aus dem Klang geschöpft und in den Ton zurückgeführt wurde – das hatte Charme und Kraft, das war eine Verführung zum Denken und ein Bekenntnis zum „Bayreuth des Nordens“.

Dass sich neben den verlässlichen Konstanten Ulf Paulsen (Telramund) und Iordanka Derilova (Ortrud) ein neues Sängerensemble behauptete, von dem man sich künftig viel erwarten darf, rundete den positiven Eindruck: Pavel Shmulevich ist ein viriler König Heinrich, neben dem auch sein Heerrufer Wiard Witholt glänzende Figur macht. Und während Bettine Kampp als zunächst narkotisiertes Opfer Elsa allmählich zur selbstbewussten Frau reift, die als Einzige dem militanten Sog der New-Age-Gemeinde entrinnt, muss Andrew Sritheran in seinem Rollendebüt als Lohengrin zwar Lehrgeld zahlen. Er rettet sich – von Antony Hermus treulich geführt – aber mit Bravour über den Abend und wird an dieser Rolle gewiss weiter wachsen. Dass das gesamte Ensemble am Ende zudem wie ein Mann applaudierend hinter seiner Regisseurin stand, die drei Tage nach ihrem Dessauer Einstand mit der Berufung an die Staatsoper Stuttgart bereits die nächste Karriere-Stufe nahm, war ein Beweis für den neuen Geist, der auf dieser großen Bühne weht – und der Andrea Moses auch darin bestärkt, ihren Dessauer Vertrag bis 2011 zu erfüllen.

Dass Armin Petras schließlich ein besonderes Geschenk zum Einstand mitbringen würde, hatte man angesichts seiner Affinität zum Werk von Einar Schleef vermuten dürfen. Und tatsächlich geriet die „Abschlussfeier“, die vom Clash der Kulturen in einer DDR-Jugendherberge erzählt, zu einem Schauspielerfest voll überdrehter, traurig grundierter Heiterkeit: Ursula Werner und Hilke Altefrohne, Julischka Eichel und Sabine Weibel gaben als Gorki-Gäste hier das Niveau vor, zu dem sich auch die Ensemblemitglieder Regula Steiner-Tomic und Christel Ortmann sowie der Jugendklub des Anhaltischen Theaters streckten. Aus der kleinen Spielstätte wuchs und öffnete sich dieser so kluge wie sentimentale Abend in die Stadt hinein. Und am Ende der großen Party in einem kleinen Land konnte man wissen, dass dort vielleicht nicht alles schlecht – aber ganz gewiss gar nichts gut war.

Dass bereits in der ersten „Lohengrin“-Pause das neue Gästebuch mit dem Eintrag „André Bücker absetzen“ eröffnet worden war, erzählte viel über die Aufnahmebereitschaft der Alten für das Neue. Das letzte Wort aber hatte der Hausherr selbst: Nachdem ein Kinderchor die drakonische Strafe für Menschlichkeit zunächst noch mit „Hallelujah“ bejubelt hatte, schwebte am Ende eine bunte Leuchtschrift über der Szene: Ein roter Halbmond bildete das „C“, ein Davidsstern das „X“ und ein Kreuz das „T“ in dieser Aufforderung, die sich insgesamt als „Coexist“ lesen ließ. Und Nathan, dieser Mensch von Hier und Heute, pflanzte endlich seinen Baum. Was für ein Bild, welch ein Versprechen!

Lessing in der Gegenwart: Ein Happy End bleibt weiter Vision

Volksstimme Magdeburg, 6.10.2009

Generalintendant André Bücker hatte mit " Nathan der Weise " bejubeltes Regiedebüt in Dessau

Von Helmut Rohm

Vier Premieren am vergangenen Wochenende als Auftakt für die 215. Spielzeit vermittelten den Zuschauern des Anhaltischen Theaters Dessau erste Eindrücke von der " neuen " Lesart Theater unter neuer Leitung und mit überwiegend neuem Ensemble. Am Sonntagabend hatte Gotthold Ephraim Lessings " Nathan der Weise " in der Regie des Generalintendanten André Bücker seine durchweg bejubelte Premiere.

Dessau-Roßlau. Und am Ende pflanzt Nathan einen Baum. Auf der gefallenen Grenze. In der geteilten Stadt Jerusalem, zwischen den Religionen. Das Happy End ist eine Vision. Lessings 230 Jahre alter Text ist voller Aktualität und Brisanz. In der Premiere, nicht ausverkauft, doch von erfreulich viel jüngerem Publikum besucht, war – wie an diesem ganzen Dessauer Auftaktwochenende – viel Spannung und Neugier zu spüren, wie denn inszeniert wird.

Was der Aufklärer Lessing bewusst historisch weit zurückverlegt, bringt André Bücker in die Heutezeit. Er findet für seinen " Nathan " eine Bühnensprache, die ebenso nachdrücklich und deutlich wie zugleich auch dezent und gar nicht aufgesetzt ist.

Raum- und bühnenbildbestimmend und wesentliche Handlungsfläche ist eine große Treppe ( Ausstattung Suse Tobisch ). Die Grenze ( n ) symbolisiert ein leuchtendes Absperrband. Überhaupt arbeiten André Bücker und sein Team viel mit Symbolik und buntem Licht. Genauso gibt es im Hintergrund eingespielte großflächige Videosequenzen, die Bil-Bücker die Personen agieren. Es gefällt, dass er insbesondere Menschen mit klar gezeichneten Charakteren darstellt, die auch ihre kleinen und meist liebenswerten Macken haben.

Ein Mann voller Klugheit und Witz

So würzt auch Humor die Geschichte und das Handeln einiger Personen und der von ihnen dargestellten " Instanzen " wohldosiert, doch deutlich, ohne sie ins platte Lächerliche abgleiten zu lassen. Und ohne je den Ernst und die heutige Realität des Themas zu vernachlässigen. Etwa wenn der Moslem Sultan Saladin ( Stephan Korves ), meist eher schrill gekleidet und nicht nur das Boxen liebend, mit dem Gewehr im Anschlag der Ringparabel des Juden Nathan folgt.

Der " weise " Nathan ist hier keine Übergestalt. Viel mehr ein " normaler " Mann, reich und um Reichtum bemüht, mit Klugheit und Witz gleichermaßen ausgestattet – und einer ganz großen Liebe zu " meiner Recha ", seiner Pflegetochter. Uwe Fischer verleiht dieser Figur der literarischen Weltgeschichte tiefe Wahrhaftigkeit. Die von einem Tempelritter aus den Flammen gerettete Recha wird von Ines Schiller in ihrer Offenheit, Unbekümmertheit und Gefühlsfülle ungemein authentisch verkörpert. Viele Gefühle, wechselnde, sich entwickelnde und auch spontan ausbrechende, bewegen den jungen Tempelritter. Die nimmt man dem Schauspieler Sebastian Müller-Stahl vollkommen ab. Auch mit der übrigen Besetzung aus dem neuen Ensemble des Anhaltischen Theaters hat André Bücker eine gute Wahl getroffen. Genannt seien etwa Eva Marianne Berger als Daja, Antje Weber als Sittah und Thorsten Köhler als schräger Derwisch. Ebenso gelungen ist die Einbeziehung des Kinderchores ( Leitung Dorislava Kuntschewa ).

Es sind spannende dreieinhalb Theater-Stunden in Dessau, die sicher auch für Diskussion sorgen. Es ist ein gelungener Regie-Einstieg des neuen Generalintendanten.

In Lessings großem Märchen besiegt Toleranz den Hass

Der neue Generalintendant André Bücker inszeniert den deutschen Schauspiel-Klassiker «Nathan der Weise»
VON ANDREAS MONTAG, 05.10.09

DESSAU-ROSSLAU/MZ. An diesem Stück kommt keiner vorbei: Ist Johann Wolfgang von Goethes "Faust" das Herz- und Denkstück der Deutschen, so besetzt Gotthold Ephraim Lessings dramatisches Gedicht "Nathan der Weise" die Position der moralischen Instanz. Der große Aufruf zur Toleranz ist ein Solitär. Aus diesem Grunde hat man das Werk gleich nach dem letzten großen Krieg als erste Premiere im zerstörten Berlin und an vielen anderen Häusern gezeigt.

Viel Applaus und Bravo-Rufe

Nun hat André Bücker, der neue Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau, sein erfolgreiches Eröffnungswochenende just mit dem "Nathan" abgeschlossen. Reichlich dreieinhalb Stunden dauert das Spiel, bei einer Pause. Viel Holz in Zeiten, da der Schauspiel-Trend eher in Richtung knackiger Kürze zu weisen scheint. Doch Bücker, der diese Inszenierung selbst besorgt hat, wollte wohl dem großen Text die Ehre erweisen und zugleich seinem grundlegend erneuerten Ensemble und den Abonnementen die Gelegenheit geben, sich gegenseitig kennenzulernen. Das Ergebnis fiel mehr als zufriedenstellend aus, für beide Seiten: Im Saal wurde begeistert applaudiert, am Ende schallten sogar Bravo-Rufe. Und die Künstler waren froh, für ihre Arbeit derart freundlich belohnt zu werden. So soll es, idealerweise, sein an einem Stadttheater, das seinen Bürgern verpflichtet ist - Anregung und Provokation selbstverständlich inklusive. "Wie es euch gefällt" wäre als übergreifendes Motto zu wenig, um sich dem Publikum als unverzichtbar zu empfehlen.
Von etwaiger Beliebigkeit kann bei Bückers "Nathan" auch gar nicht die Rede sein. Behutsame Bezüge zur Gegenwart im Nahen Osten werden durch Videoeinspielungen hergestellt, Aktualisierung um jeden Preis hingegen findet nicht statt. Lessings Ton ist das Maß, das den Akteuren ihre Rollen auf der symbolträchtigen Baustelle (Ausstattung; Suse Tobisch) zuweist, ohne sie von ihrer Verantwortung des Gestaltens zu entbinden. Unübersehbar das Bemühen der Regie, Pathos und historisierende Bilder in Grenzen zu halten, ganz kann dies angesichts des Stoffes und seiner Wirkungsgeschichte freilich nicht gelingen - es sei denn, man wollte Lessing komplett gegen den edelmütigen Strich bürsten.
Das wollte Bücker nicht, seinem Publikum wäre es mutmaßlich auch nicht recht gewesen. So gibt es in Jerusalem, wo die Handlung ja angesiedelt ist, einen herzensgebildeten reichen Juden namens Nathan (Uwe Fischer) zu sehen, der seiner angenommenen Tochter Recha (betont mädchenhaft: Ines Schiller) ein rührend besorgter, gütiger Vater ist. Sultan Saladin (Stephan Korves) zeigt den machtbewussten, auch unberechenbaren und eitlen, im Grunde aber gütigen muslimischen Herrscher. Gleichwertigkeit des Glaubens

Vielleicht lenkt er ein bisschen zu schnell ein, nachdem Nathan ihm die berühmte Ringparabel erzählt hat - die zentrale Geschichte von den drei ununterscheidbaren Kleinoden, die für die Gleichwertigkeit des christlichen, islamischen und jüdischen Glaubens stehen.
Beste, indes auch etwas selbstgewisse Figur macht Sebastian Müller-Stahl als junger Tempelherr, der Recha aus dem Feuer gerettet hat und sich schließlich als ihr Bruder und Neffe Saladins entpuppen wird. Müller-Stahl zeigt jugendliche Kraft und Trotz, auch Ironie blitzt auf. Lob gilt dem übrigen Ensemble; schön der Regieeinfall, den pompösen christlichen Patriarchen (Gerald Fiedler) als bösen, kleinen Mann aus einem Kleiderpanzer steigen zu lassen.
Auch die glitzernde Showtreppe im Bühnenhintergrund, auf der die Machtfrage im Sinne der Aufklärung entschieden wird und der Kinderchor (Leitung: Dorislava Kuntscheva) einmal Platz nehmen darf, passt gut in dieses große Märchen vom Sieg der Vernunft.
Allein, weshalb das eingangs brennende Haus des Juden Nathan noch über dieser Treppe stehen muss und dort auch bleiben soll, ist so ungewiss wie die schrille Travestie des Derwischs (Thorsten Köhler), der Nathans Freund und Saladins Geldbeschaffer ist. Gleichwohl hat der Dessauer Abend die Kraft, seine Botschaft über die Zeit zu tragen. Und darum ist es ja gegangen.

Raus aus der Vergangenheit Die Deutsche Bühne, 11 | 2009

von Andreas Hillger

André Bücker vollbringt am Anhaltischen Theater in Dessau einen auf ganzer Linie überzeugenden Neustart als Nachfolger von Johannes Felsenstein

Eine Putzfrau, ausgerechnet eine Putzfrau ist es, die zur Augenzeugin der Verschwörung wird: Im verwüsteten Plenarsaal, wo Luftballons zwischen umgeworfenen Stühlen liegen, blickt sie schweigend auf den abgesetzten Herrscher und seine First Lady herab. Und während sich die Anhänger des Gewesenen spätestens in diesem Augenblick auf radikale Ablehnung einigen, sehen all jene, die auf das Kommende gehofft haben: Hier findet tatsächlich ein Akt der Reinigung statt, ein Kehraus jener Tradition, die auf dem Anhaltischen Theater zuletzt bleischwer lastete.

Nichts weniger hatte André Bücker für seine erste Dessauer Spielzeit angekündigt, nichts weniger hat sein Team mit dem ersten Premierenwochenende gehalten: Der Premieren-Hattrick aus Einar Schleefs „Abschlussfeier“, Richard Wagners „Lohengrin“ und Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ war eine politische und poetische Ansage, die in ihrer programmatischen Geschlossenheit wie in ihren ästhetischen Differenzen zu schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigte. Dass sich der neue Generalintendant dabei in nobler Zurückhaltung übte und seine eigene Inszenierung an den Schluss des großen Theater-Festes stellte, durfte nach den Tagen des Patriarchen Johannes Felsenstein als Bekenntnis zum demokratischen Miteinander verstanden werden.

Die Fallhöhe seines „Nathan“ aber ist gleichwohl himmlisch: Rechas Vision, die einen Engel statt des Tempelherrn für ihre Rettung aus dem Feuer verantwortlich macht, wird als Prolog auf der großen Showtreppe zwischen Erde und Wasser, Feuer und Luft sichtbar beglaubigt. Im elementaren Bühnenbild von Suse Tobisch, die auch für die sakrale Haute Couture der Kostüme verantwortlich zeichnet, liest das neue Ensemble fortan einen alten Text, als wäre er ein Stück von heute. Uwe Fischers Nathan ist kein statuarischer Weiser, sondern ein von Kleinmut und Zweifeln getriebener Mensch, der sich seine Güte mühsam erarbeiten muss – und eigentlich lieber sein Gärtchen bestellen würde. Doch seitdem der selbstbewusste, kraftstrotzende Tempelherr (Sebastian Müller-Stahl) seine traumverlorene Adoptivtochter Recha (Ines Schiller) aus den Flammen getragen hat, bleibt ihm weder Zeit für seinen skurrilen Derwisch-Freund (Thorsten Köhler) noch für die Glaubensnöte seiner Dienerin Daja (Eva-Marianne Berger), die unter der Last ihrer Kruzifixe zusammenzubrechen droht und vom vielen Beten schon Pflaster an den Knien hat. Zwischen dem bigotten Patriarchen (Gerald Fiedler) und dem leichtsinnig toleranten Kampfsportler Saladin (Stephan Korves) muss der Jude sein höchstes Gut verteidigen – und gleichzeitig die Begehrlichkeiten von Sittah (Antje Weber) abwehren. Wie gut, dass wenigstens der Klosterbruder (Henning Kober) als Deus ex machina hält, was sein mit Heiligenbildchen bestickter Kittel verspricht …

André Bücker glückt es auf überraschende Weise, den Humor des Lessing-Textes als Geschmacksverstärker für die Bitterkeit freizulegen, er schlägt in der überwältigenden Körperlichkeit seines Ensembles einen gleichermaßen natürlichen wie hohen Ton an – und läuft am Ende in einhellige Begeisterung, nachdem sich am Vorabend ein Sturm aus Buh- und Bravo-Rufen über seine neue Chefregisseurin ergossen hatte. Dabei war auch Andrea Moses mit ihrem „Lohengrin“ ein großer Wurf gelungen: Sie hatte nicht nur den schimmernden Helden als Demagogen entzaubert, der mit seinem Frageverbot einen esoterischen Faschismus etabliert. Sie hatte zugleich den Hochbunker aus dem Jahr 1938 in all seinen gigantischen Möglichkeiten ausgeschöpft – und mit dem Haus auch die Menschen bewegt.

Denn dies war die frappierendste Neuerung ihres Abends, der in Christian Wiehles Ausstattung Schnürboden und Versenkung, Hinter- und Seitenbühne beansprucht: Ihre individuelle und präzise Figurenführung löste endlich jene musiktheatralische Qualität ein, die in den letzten Jahren vor Ort meist zur bloßen Behauptung verkommen war. Der Chor, verstärkt um Mitglieder des Extrachores und des freien Coruso-Ensembles, zeigte sich unter der Leitung von Helmut Sonne sängerisch wie darstellerisch in der Form seines Lebens, die Anhaltische Philharmonie spielte unter Antony Hermus gar weit über ihren bisherigen Möglichkeiten. Wie hier die Szene aus dem Klang geschöpft und in den Ton zurückgeführt wurde – das hatte Charme und Kraft, das war eine Verführung zum Denken und ein Bekenntnis zum „Bayreuth des Nordens“.

Dass sich neben den verlässlichen Konstanten Ulf Paulsen (Telramund) und Iordanka Derilova (Ortrud) ein neues Sängerensemble behauptete, von dem man sich künftig viel erwarten darf, rundete den positiven Eindruck: Pavel Shmulevich ist ein viriler König Heinrich, neben dem auch sein Heerrufer Wiard Witholt glänzende Figur macht. Und während Bettine Kampp als zunächst narkotisiertes Opfer Elsa allmählich zur selbstbewussten Frau reift, die als Einzige dem militanten Sog der New-Age-Gemeinde entrinnt, muss Andrew Sritheran in seinem Rollendebüt als Lohengrin zwar Lehrgeld zahlen. Er rettet sich – von Antony Hermus treulich geführt – aber mit Bravour über den Abend und wird an dieser Rolle gewiss weiter wachsen. Dass das gesamte Ensemble am Ende zudem wie ein Mann applaudierend hinter seiner Regisseurin stand, die drei Tage nach ihrem Dessauer Einstand mit der Berufung an die Staatsoper Stuttgart bereits die nächste Karriere-Stufe nahm, war ein Beweis für den neuen Geist, der auf dieser großen Bühne weht – und der Andrea Moses auch darin bestärkt, ihren Dessauer Vertrag bis 2011 zu erfüllen.

Dass Armin Petras schließlich ein besonderes Geschenk zum Einstand mitbringen würde, hatte man angesichts seiner Affinität zum Werk von Einar Schleef vermuten dürfen. Und tatsächlich geriet die „Abschlussfeier“, die vom Clash der Kulturen in einer DDR-Jugendherberge erzählt, zu einem Schauspielerfest voll überdrehter, traurig grundierter Heiterkeit: Ursula Werner und Hilke Altefrohne, Julischka Eichel und Sabine Weibel gaben als Gorki-Gäste hier das Niveau vor, zu dem sich auch die Ensemblemitglieder Regula Steiner-Tomic und Christel Ortmann sowie der Jugendklub des Anhaltischen Theaters streckten. Aus der kleinen Spielstätte wuchs und öffnete sich dieser so kluge wie sentimentale Abend in die Stadt hinein. Und am Ende der großen Party in einem kleinen Land konnte man wissen, dass dort vielleicht nicht alles schlecht – aber ganz gewiss gar nichts gut war.

Dass bereits in der ersten „Lohengrin“-Pause das neue Gästebuch mit dem Eintrag „André Bücker absetzen“ eröffnet worden war, erzählte viel über die Aufnahmebereitschaft der Alten für das Neue. Das letzte Wort aber hatte der Hausherr selbst: Nachdem ein Kinderchor die drakonische Strafe für Menschlichkeit zunächst noch mit „Hallelujah“ bejubelt hatte, schwebte am Ende eine bunte Leuchtschrift über der Szene: Ein roter Halbmond bildete das „C“, ein Davidsstern das „X“ und ein Kreuz das „T“ in dieser Aufforderung, die sich insgesamt als „Coexist“ lesen ließ. Und Nathan, dieser Mensch von Hier und Heute, pflanzte endlich seinen Baum. Was für ein Bild, welch ein Versprechen!

Lessing in der Gegenwart: Ein Happy End bleibt weiter Vision

Volksstimme Magdeburg, 6.10.2009

Generalintendant André Bücker hatte mit " Nathan der Weise " bejubeltes Regiedebüt in Dessau

Von Helmut Rohm

Vier Premieren am vergangenen Wochenende als Auftakt für die 215. Spielzeit vermittelten den Zuschauern des Anhaltischen Theaters Dessau erste Eindrücke von der " neuen " Lesart Theater unter neuer Leitung und mit überwiegend neuem Ensemble. Am Sonntagabend hatte Gotthold Ephraim Lessings " Nathan der Weise " in der Regie des Generalintendanten André Bücker seine durchweg bejubelte Premiere.

Dessau-Roßlau. Und am Ende pflanzt Nathan einen Baum. Auf der gefallenen Grenze. In der geteilten Stadt Jerusalem, zwischen den Religionen. Das Happy End ist eine Vision. Lessings 230 Jahre alter Text ist voller Aktualität und Brisanz. In der Premiere, nicht ausverkauft, doch von erfreulich viel jüngerem Publikum besucht, war – wie an diesem ganzen Dessauer Auftaktwochenende – viel Spannung und Neugier zu spüren, wie denn inszeniert wird.

Was der Aufklärer Lessing bewusst historisch weit zurückverlegt, bringt André Bücker in die Heutezeit. Er findet für seinen " Nathan " eine Bühnensprache, die ebenso nachdrücklich und deutlich wie zugleich auch dezent und gar nicht aufgesetzt ist.

Raum- und bühnenbildbestimmend und wesentliche Handlungsfläche ist eine große Treppe ( Ausstattung Suse Tobisch ). Die Grenze ( n ) symbolisiert ein leuchtendes Absperrband. Überhaupt arbeiten André Bücker und sein Team viel mit Symbolik und buntem Licht. Genauso gibt es im Hintergrund eingespielte großflächige Videosequenzen, die Bil-Bücker die Personen agieren. Es gefällt, dass er insbesondere Menschen mit klar gezeichneten Charakteren darstellt, die auch ihre kleinen und meist liebenswerten Macken haben.

Ein Mann voller Klugheit und Witz

So würzt auch Humor die Geschichte und das Handeln einiger Personen und der von ihnen dargestellten " Instanzen " wohldosiert, doch deutlich, ohne sie ins platte Lächerliche abgleiten zu lassen. Und ohne je den Ernst und die heutige Realität des Themas zu vernachlässigen. Etwa wenn der Moslem Sultan Saladin ( Stephan Korves ), meist eher schrill gekleidet und nicht nur das Boxen liebend, mit dem Gewehr im Anschlag der Ringparabel des Juden Nathan folgt.

Der " weise " Nathan ist hier keine Übergestalt. Viel mehr ein " normaler " Mann, reich und um Reichtum bemüht, mit Klugheit und Witz gleichermaßen ausgestattet – und einer ganz großen Liebe zu " meiner Recha ", seiner Pflegetochter. Uwe Fischer verleiht dieser Figur der literarischen Weltgeschichte tiefe Wahrhaftigkeit. Die von einem Tempelritter aus den Flammen gerettete Recha wird von Ines Schiller in ihrer Offenheit, Unbekümmertheit und Gefühlsfülle ungemein authentisch verkörpert. Viele Gefühle, wechselnde, sich entwickelnde und auch spontan ausbrechende, bewegen den jungen Tempelritter. Die nimmt man dem Schauspieler Sebastian Müller-Stahl vollkommen ab. Auch mit der übrigen Besetzung aus dem neuen Ensemble des Anhaltischen Theaters hat André Bücker eine gute Wahl getroffen. Genannt seien etwa Eva Marianne Berger als Daja, Antje Weber als Sittah und Thorsten Köhler als schräger Derwisch. Ebenso gelungen ist die Einbeziehung des Kinderchores ( Leitung Dorislava Kuntschewa ).

Es sind spannende dreieinhalb Theater-Stunden in Dessau, die sicher auch für Diskussion sorgen. Es ist ein gelungener Regie-Einstieg des neuen Generalintendanten.

In Lessings großem Märchen besiegt Toleranz den Hass

Der neue Generalintendant André Bücker inszeniert den deutschen Schauspiel-Klassiker «Nathan der Weise»
VON ANDREAS MONTAG, 05.10.09

DESSAU-ROSSLAU/MZ. An diesem Stück kommt keiner vorbei: Ist Johann Wolfgang von Goethes "Faust" das Herz- und Denkstück der Deutschen, so besetzt Gotthold Ephraim Lessings dramatisches Gedicht "Nathan der Weise" die Position der moralischen Instanz. Der große Aufruf zur Toleranz ist ein Solitär. Aus diesem Grunde hat man das Werk gleich nach dem letzten großen Krieg als erste Premiere im zerstörten Berlin und an vielen anderen Häusern gezeigt.

Viel Applaus und Bravo-Rufe

Nun hat André Bücker, der neue Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau, sein erfolgreiches Eröffnungswochenende just mit dem "Nathan" abgeschlossen. Reichlich dreieinhalb Stunden dauert das Spiel, bei einer Pause. Viel Holz in Zeiten, da der Schauspiel-Trend eher in Richtung knackiger Kürze zu weisen scheint. Doch Bücker, der diese Inszenierung selbst besorgt hat, wollte wohl dem großen Text die Ehre erweisen und zugleich seinem grundlegend erneuerten Ensemble und den Abonnementen die Gelegenheit geben, sich gegenseitig kennenzulernen. Das Ergebnis fiel mehr als zufriedenstellend aus, für beide Seiten: Im Saal wurde begeistert applaudiert, am Ende schallten sogar Bravo-Rufe. Und die Künstler waren froh, für ihre Arbeit derart freundlich belohnt zu werden. So soll es, idealerweise, sein an einem Stadttheater, das seinen Bürgern verpflichtet ist - Anregung und Provokation selbstverständlich inklusive. "Wie es euch gefällt" wäre als übergreifendes Motto zu wenig, um sich dem Publikum als unverzichtbar zu empfehlen.
Von etwaiger Beliebigkeit kann bei Bückers "Nathan" auch gar nicht die Rede sein. Behutsame Bezüge zur Gegenwart im Nahen Osten werden durch Videoeinspielungen hergestellt, Aktualisierung um jeden Preis hingegen findet nicht statt. Lessings Ton ist das Maß, das den Akteuren ihre Rollen auf der symbolträchtigen Baustelle (Ausstattung; Suse Tobisch) zuweist, ohne sie von ihrer Verantwortung des Gestaltens zu entbinden. Unübersehbar das Bemühen der Regie, Pathos und historisierende Bilder in Grenzen zu halten, ganz kann dies angesichts des Stoffes und seiner Wirkungsgeschichte freilich nicht gelingen - es sei denn, man wollte Lessing komplett gegen den edelmütigen Strich bürsten.
Das wollte Bücker nicht, seinem Publikum wäre es mutmaßlich auch nicht recht gewesen. So gibt es in Jerusalem, wo die Handlung ja angesiedelt ist, einen herzensgebildeten reichen Juden namens Nathan (Uwe Fischer) zu sehen, der seiner angenommenen Tochter Recha (betont mädchenhaft: Ines Schiller) ein rührend besorgter, gütiger Vater ist. Sultan Saladin (Stephan Korves) zeigt den machtbewussten, auch unberechenbaren und eitlen, im Grunde aber gütigen muslimischen Herrscher. Gleichwertigkeit des Glaubens

Vielleicht lenkt er ein bisschen zu schnell ein, nachdem Nathan ihm die berühmte Ringparabel erzählt hat - die zentrale Geschichte von den drei ununterscheidbaren Kleinoden, die für die Gleichwertigkeit des christlichen, islamischen und jüdischen Glaubens stehen.
Beste, indes auch etwas selbstgewisse Figur macht Sebastian Müller-Stahl als junger Tempelherr, der Recha aus dem Feuer gerettet hat und sich schließlich als ihr Bruder und Neffe Saladins entpuppen wird. Müller-Stahl zeigt jugendliche Kraft und Trotz, auch Ironie blitzt auf. Lob gilt dem übrigen Ensemble; schön der Regieeinfall, den pompösen christlichen Patriarchen (Gerald Fiedler) als bösen, kleinen Mann aus einem Kleiderpanzer steigen zu lassen.
Auch die glitzernde Showtreppe im Bühnenhintergrund, auf der die Machtfrage im Sinne der Aufklärung entschieden wird und der Kinderchor (Leitung: Dorislava Kuntscheva) einmal Platz nehmen darf, passt gut in dieses große Märchen vom Sieg der Vernunft.
Allein, weshalb das eingangs brennende Haus des Juden Nathan noch über dieser Treppe stehen muss und dort auch bleiben soll, ist so ungewiss wie die schrille Travestie des Derwischs (Thorsten Köhler), der Nathans Freund und Saladins Geldbeschaffer ist. Gleichwohl hat der Dessauer Abend die Kraft, seine Botschaft über die Zeit zu tragen. Und darum ist es ja gegangen.

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