Mäuseken Wackelohr

von Ronald Mernitz nach Hans Fallada

Für Menschen ab 4 Jahren


Mit „Mäuseken Wackelohr“ kommt ein wundervolles Stück aus Hans Falladas "Geschichten aus der Murkelei" auf die Dessauer Puppenbühne. Jene zeitlosen Geschichten, die Fallada für seine eigenen Kinder schrieb, sind kluge Fabeln mit Witz, Tiefgang, handfester Moral und für ein jedes Alter bestimmt. Regisseur Ronald Mernitz hat Falladas „Mäuseken Wackelohr" neu für das Puppentheater Dessau bearbeitet und Rainer Schicktanz liefert mit seiner Bühne und seinen Handpuppen die besten Voraussetzungen für ein so kluges, wie charmantes Puppentheaterstück für Kinder ab 4 Jahren. Mäuseken Wackelohr ist eine Maus, hoffnungslos einsam, hat ein kaputtes Ohr, frisst aus Kummer viel zu viel und jammert stets und ständig. Das würde so bleiben, wäre da nicht eine bonbonsüchtige Ameise der es gelingt, dem Mäuseken auf die Sprünge zu helfen. Und weil drüben, in der Dachrinne des Nachbarhauses ein mindestens genauso einsamer und ziemlich schöner Mäuserich liegt, geht auch alles seinen Gang. Sofort will sie aus dem Haus, rüber über die Strasse und hinauf zu diesem Mäusemann. Geht aber nicht! „Klitschko“, der Kater liegt Tag und Nacht auf der Lauer! Das Mäuseken braucht also ziemlich viel Mut, eine ganze Menge Freunde, und eine großartige Idee!


Vorstellungsdauer: 50 Min.

Inszenierung Ronald Mernitz
Ausstattung Rainer Schicktanz
Produktion Ilka Stritzel
Spiel Uta Krieg / Helmut Parthier

PRESSESTIMMEN

Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung, 30.11.2010

Die Mäusin lässt auch mit Makel das Lieben nicht Besser, es fehlt ein Stück vom langen Lauscher, als das ganze Leben. Aber diesem Nagetier wurde augenscheinlich gleich dreimal ins Ohr gebissen. Stark polarisierend geht es um Einsamkeit und Intrigen, um Mord und Totschlag. Dennoch wird aus der Geschichte auf der gefühlten Seite der Betrachtung so etwas wie ein vorweihnachtliches Märchen mit herzensweitem Happy End.

"Mäuseken Wackelohr" von Ronald Mernitz nach Hans Fallada hatte am Sonntag Premiere im ausverkauften Puppentheater. Das kleine Pendant zur großen Märcheninszenierung im großen Haus des Anhaltischen Theaters setzt am 1. Advent ein. Rechts die Speisekammer, links der Taubenschlag sitzt Klitschkos Herrchen (Helmut Parthier) wacker, bieder, einsam in der guten Stube neben einem jungfräulichen Adventskranz und einem monumentalen Bonbon am Stiel. Er lobt in Hausmantel und Pantoffeln die Ruhe und ist doch traurig unbesucht. Da raschelt es in der Speisekammer.

Wackelohr knabbert am Käse. Die verwaiste Mäusin, deren Familie in dieser Lesart Kater Klitschko klar gemacht hat, träumt vom Mäuserich, der gegenüber wohnt. Aber wie soll sie dahin gelangen? Eine hinterhältige Ameise verspricht einen Rat und verlangt als Gegenleistung den Riesenlutscher aus der guten Stube. Der erkaufte Fingerzeig verweist auf den Taubenschlag. Doch in der Nacht vor dem sichereren Flug wechselt die Ameise die Partei. Für wenig will sie die Maus aus dem Loch beißen, was nicht gelingt, weil das verletzte Ohr, in das Klitschko gebissen hatte, gefühllos ist. So verrät das gewissenlose Insekt den Plan. Am Ende fällt die Katze nicht vom Dach, sondern Herrchen prügelt den Kater aus dem Taubenschlag. Dann schließt sich der Rahmen. Frau Schmidt (Uta Krieg) erscheint mit Mäuserich. So kommt es zu einer doppelten Liaison. Zwei lädierte Mäuse und zwei einsame Menschen finden einander. Und mit dem Hausherrn gibt es eine Figur, die sich in der besiegelten Separation von Gut und Böse wandeln darf, auf dass es irgendwie weihnachte.

Souverän wechseln Krieg und Parthier zwischen Puppen- und Schauspiel Rollen und Stimmen. Die Ameise - lispelt sie? - tippelt allerliebst, als sei sie kein fieser Denunziant. Es gibt beschaulich bremsende Intermezzi, wenn Wackelohr ungeduldig die Morgendämmerung ersehnt. Es gibt augenzwinkernde Momente, wenn das intellektuell recht beschnittene Taubenpaar - "rucke du!" - um den Fensterplatz streitet. Es gibt dramatische Etappen, wenn Wackelohr das Naschwerk stiehlt, wenn der Kater im Taubenschlag erscheint oder die Ameise reichlich und tödlich unter Druck setzt, weshalb der Hausherr hier nicht aus Versehen auf das Tier treten muss.

Mernitz erzählt die Geschichte klar, flüssig und staubfrei inmitten (Ausstattung Rainer Schicktanz) betagten Mobiliars mit beschaulichem Personal und bildlich klar verteilten Rollen der Sympathien. "Weil der Kater immer so laut Miau gemacht hat, deshalb hab ich Angst gekriegt", sagt ein kleiner bewegter Besucher danach. Wahrlich ein unangenehmes Tier, dieser Kater, der als einziger nicht sprechen kann, als kenne das Böse keine Wörter. Und die Guten tanzen frisch verknüpft - zwei Paare im Pickelicht.

Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung, 30.11.2010

Die Mäusin lässt auch mit Makel das Lieben nicht Besser, es fehlt ein Stück vom langen Lauscher, als das ganze Leben. Aber diesem Nagetier wurde augenscheinlich gleich dreimal ins Ohr gebissen. Stark polarisierend geht es um Einsamkeit und Intrigen, um Mord und Totschlag. Dennoch wird aus der Geschichte auf der gefühlten Seite der Betrachtung so etwas wie ein vorweihnachtliches Märchen mit herzensweitem Happy End.

"Mäuseken Wackelohr" von Ronald Mernitz nach Hans Fallada hatte am Sonntag Premiere im ausverkauften Puppentheater. Das kleine Pendant zur großen Märcheninszenierung im großen Haus des Anhaltischen Theaters setzt am 1. Advent ein. Rechts die Speisekammer, links der Taubenschlag sitzt Klitschkos Herrchen (Helmut Parthier) wacker, bieder, einsam in der guten Stube neben einem jungfräulichen Adventskranz und einem monumentalen Bonbon am Stiel. Er lobt in Hausmantel und Pantoffeln die Ruhe und ist doch traurig unbesucht. Da raschelt es in der Speisekammer.

Wackelohr knabbert am Käse. Die verwaiste Mäusin, deren Familie in dieser Lesart Kater Klitschko klar gemacht hat, träumt vom Mäuserich, der gegenüber wohnt. Aber wie soll sie dahin gelangen? Eine hinterhältige Ameise verspricht einen Rat und verlangt als Gegenleistung den Riesenlutscher aus der guten Stube. Der erkaufte Fingerzeig verweist auf den Taubenschlag. Doch in der Nacht vor dem sichereren Flug wechselt die Ameise die Partei. Für wenig will sie die Maus aus dem Loch beißen, was nicht gelingt, weil das verletzte Ohr, in das Klitschko gebissen hatte, gefühllos ist. So verrät das gewissenlose Insekt den Plan. Am Ende fällt die Katze nicht vom Dach, sondern Herrchen prügelt den Kater aus dem Taubenschlag. Dann schließt sich der Rahmen. Frau Schmidt (Uta Krieg) erscheint mit Mäuserich. So kommt es zu einer doppelten Liaison. Zwei lädierte Mäuse und zwei einsame Menschen finden einander. Und mit dem Hausherrn gibt es eine Figur, die sich in der besiegelten Separation von Gut und Böse wandeln darf, auf dass es irgendwie weihnachte.

Souverän wechseln Krieg und Parthier zwischen Puppen- und Schauspiel Rollen und Stimmen. Die Ameise - lispelt sie? - tippelt allerliebst, als sei sie kein fieser Denunziant. Es gibt beschaulich bremsende Intermezzi, wenn Wackelohr ungeduldig die Morgendämmerung ersehnt. Es gibt augenzwinkernde Momente, wenn das intellektuell recht beschnittene Taubenpaar - "rucke du!" - um den Fensterplatz streitet. Es gibt dramatische Etappen, wenn Wackelohr das Naschwerk stiehlt, wenn der Kater im Taubenschlag erscheint oder die Ameise reichlich und tödlich unter Druck setzt, weshalb der Hausherr hier nicht aus Versehen auf das Tier treten muss.

Mernitz erzählt die Geschichte klar, flüssig und staubfrei inmitten (Ausstattung Rainer Schicktanz) betagten Mobiliars mit beschaulichem Personal und bildlich klar verteilten Rollen der Sympathien. "Weil der Kater immer so laut Miau gemacht hat, deshalb hab ich Angst gekriegt", sagt ein kleiner bewegter Besucher danach. Wahrlich ein unangenehmes Tier, dieser Kater, der als einziger nicht sprechen kann, als kenne das Böse keine Wörter. Und die Guten tanzen frisch verknüpft - zwei Paare im Pickelicht.

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