Italienische Operngala

Mit Musik von Mozart, Rossini, Verdi, Puccini, Mascagni, Cilea, Giordano und Montemezzi

mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Gioachino Rossini, Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Pietro Mascagni, Francesco Cilea, Umberto Giordano und Italo Montemezzi

Premiere am 14. Februar 2015 /// Großes Haus


Italien ist das Land, in dem die Oper erfunden wurde und zu wahren Festen des Gesangs gemacht wurden. Eine „italienische Operngala“ ist deshalb immer ein Fest der Stimmen. Und nichts eignet sich besser als die Opern von Rossini, Verdi und Puccini, um die vielfältigen Möglichkeiten des Opernensembles und des Opernchors des Anhaltischen Theaters zu präsentieren. Einige Glanzpunkte werden etwa aus Verdis „Trovatore“ kommen – einer Oper, in der es dem berühmten Maestro gelang, dramatisch aufs Äußerste zugespitzte Situationen in zündende Melodien zu verwandeln. Und um daran zu erinnern, dass es einen Meister der italienischen Oper gibt, der nördlich der Alpen geboren wurde, wird es ein Duett aus Mozarts „Idomeneo“ geben. Im Zentrum stehen natürlich auch Puccini und seine Zeitgenossen, die oft „Veristen“ genannt wurden, weil sie durch den Gesang ganz „vero“, ganz wahrhaft überwältigende Gefühle vermitteln wollten – wie etwa Francesco Cilea in seiner Oper „Adriana Leocuvreur“, aus der wir die Arie einer vor Eifersucht rasenden Prinzessin und das in Töne gefasste Portrait einer Dame vorstellen, die tieftraurig von ihrer Liebe Abschied nimmt.

Mit dabei sind die Sängerinnen und Sänger des Opernensembles Iordanka Derilova, Rita Kapfhammer, Cornelia Marschall, Angelina Ruzzafante, David Ameln, André Eckert, Ulf Paulsen, als Gast der italienische Tenor Leonardo Gramegna, der bereits in „Norma“ und „Tosca“ zu erleben war, sowie der Opernchor und die Anhaltische Philharmonie unter der Leitung von Wolfgang Kluge, es moderiert Felix Losert.

Seien Sie gespannt auf eine „Italienische Operngala“, die Sie bewegt und mitreißt!

PRESSESTIMMEN

An die Schluchten der Seele, Mitteldeutsche Zeitung, 17.02.2015

von Thomas Altmann

PREMIERE "Italienische Operngala" am Anhaltischen Theater feiert Stars der Oper.*

DESSAU/MZ- Die Premiere der "Italienischen Operngala" unter musikalischer Leitung von Wolfgang Kluge am Sonnabend im Anhaltischen Theater Dessau war ein Fest und wahrlich "eine Reise", so Operndirektor Felix Losert, "auf den Flügeln des Gesanges". Diese Reise führt an die Schluchten der Seele, irrt durch die Versuchsanordnungen der Liebe, spaziert durch die Irrgärten der Intrige, mit Brudermord und Bürgerkrieg am Wegesrand und fasziniert in alledem. Am Ende des Konzertzimmers leuchten Bühnenbilder und Plakate von Adolf Hohenstein. Zuweilen Adolfo genannt, gilt Hohenstein als früher Vertreter des Stile Liberty, des italienischen Jugendstils. Auf diese Zeit konzentriert sich das Programm, auf die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, mit Blick auf die musikalische Wahrheit, auf deren Farben und Stimmungen, auf den Verismus.

Zuerst die Ouvertüre zu "Il barbiere di Siviglia", die keine programmatische Vorschau liefert, da Gioacchino Rossini sich selbst belieh. Daher die Tiefsinnigkeit zu Beginn, und dann diese Energie, brillant musiziert. In Don Basilios "La Calunnia", André Eckert singt, wächst die Verleumdung vom Lüftchen zum Kanonenschlag. In Paris hieß Rossini schließlich "Monsieur Crescendo". Wegen eines Infektes blieb der "italienische" Mozart, das Duett aus "Idomeneo" (Cornelia Marschall und David Ameln), zur Premiere ungesungen. Also Giuseppe Verdi, zum Beispiel "Don Carlos". Leonardo Gramegna (Don Carlos) und Ulf Paulsen (Marquis von Posa) treffen sich auf Augenhöhe, stimmlich. Welch bebend unterfütterter Treueschwur, Sentimentalität unter Männern als Fausthieb der Liebe.

Manch Dame raunt, da Iordanka Derilova ganz in Rot aufflammt, feuerrot, wie eine der Metaphern im Libretto, wie die gezackten Rhythmen, die prasselnden Melodien in Verdis "Il trovatore". Nacht und Mond fängt sie ein, entzündet die Sterne, in "Tacea la notte..." Dann lodert galoppierend die Seele, diese Liebe, "Di tale amor". Im Terzett "Non m'inganno..." mit Derilova, Gramegna und Paulsen bekommen Trugbilder, Ahnungen, Verzweiflung Stimmen und die Eifersucht detoniert. Zuvor sang, noch immer "Il trovatore", der Chor, punktgenau, rund und homogen, kraftvoll ohne jede Extrasystole, sensibel auch. Zigeuner- oder Gefangenenchor: Bravo, immer! Auch lässt der Chor die Sonne aufgehen, hymnisch mit Pietro Mascagnis "Iris". Weniger gespielte Opern erklingen, die Untoten tanzen, "Le Villi". Strömend sehnsüchtiger Duft: Sie ist groß auch in den leisen Tönen, macht Vergissmeinnicht zum Blumenbouquet, Angelina Ruzzafante in der Arie der Anna, der Braut, die aus Gram sterben und ruhelos rächend tanzen wird. Den Tanz der Rache, "La tregenda", tanzt das Orchester, die hohe Schule der Tobsucht und bestens artikulierte Schwindelgefühle.

Bald betritt der Star der Comédie Française, "Adriana Lecouvreur", die Bühne, gemäß der gleichnamigen Oper von Francesco Cilea, einer Biografie als Mehrfachbeziehung. Daraus erklingen zwei Arien der Kontrahentinnen, zuerst die der Principessa di Bouillon: "Acerba voluttà, dolce tortura". "Bittere Lust und süße Folter" bindet Rita Kapfhammer, Sehnsucht voller Gefühl und Kalkül, erdnahe Wärme, seufzend schön. Und Angelina Ruzzafante riecht als Adriana an den vergifteten Veilchen, stirbt den gängig tragischen Bühnentod in den Armen des Geliebten. Vorher singt sie "Arme Blumen", eine durchgeatmete Elegie, ein lichtes Leichenbegängnis auf einen Veilchenstrauß, auf eine rat- und rastlose Liebe.

Italienfahrten immerzu, bis im Blumenduett aus "Madama Butterfly" Rita Kapfhammer und Iordanka Derilova beeindruckend zusammen wachsen. Und endlich natürlich: "Va pensiero", der Gefangenenchor. Wie der letzte Ton still im Raum steht, als trage er den Jubel.

SPIELPLAN

Drei weitere Aufführungen

Die "Italienische Operngala"steht noch weitere dreimal auf dem Spielplan des Anhaltischen Theaters. Aufführungen sind geplant für 4. April um 17 Uhr, 2. Mai um 17 Uhr und 7. Juni um 16 Uhr.

"Eine Reise auf den Flügeln des Gesanges." Felix Losert, Operndirektor

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