Der Sturm (UA)

Ballett mit Orchester nach William Shakespeare

William Shakespeares Drama „Der Sturm“ wohnt die ganze Magie des Theaters inne. Im „Sturm“ beschwört die Zauberin Prospera einen Sturm herauf und lenkt mit ihren magischen Kräften die

Zwei Hörbeispiele (Auszüge)
Ralph Vaughan Williams: Prelude aus „Sinfonia antartica“
John Cage: Credo in us

folgenden verwickelten Geschehnisse, die einen Kosmos aller Theatergenres darstellen: eine Liebesromanze, eine politische Intrige und eine Komödie. Geister, die die Sinne verwirren und der Kampf um Liebe und Macht bilden den Stoff für eine bildergewaltige Choreografie, die zwischen Komik und Tragik changiert. Tomasz Kajdanski schafft mit seinem Ballettensemble in der Ausstattung von Dorin Gal eine Insel, auf der die Machkämpfe sich unter der ständigen Beobachtung von Prospera immer weiter verdichten und schließlich in einem Sturm der Aggressionen und des Wahnsinns münden, den nur Prospera als Herrscherin über die Insel wieder beruhigen kann, bevor alle Eindringlinge gemeinsam die Insel wieder verlassen.
Einen Sturm der Gefühle erzeugt auch die romantische „Sinfonia antartica“ von Ralph Vaughan Williams [1872-1958], der diese Sinfonie aus seiner Filmmusik zu „Scott of the Antarctic“ schuf. Die Härte und Brutalität des Dramas wird klanglich in virtuosen Schlagwerkkompositionen, „Imaginary Landscape“ [Eingebildete Landschaften] und „Credo in us“, des amerikanischen Ausnahmekünstlers John Cage [1912-1992] umgesetzt. Mit diesen kontrastierenden Werken wird ein musikalischer Kosmos zu Gehör gebracht, der die unterschiedlichen Landschaften von Prosperas Insel und die verschiedenen Charaktereigenschaften der Figuren in ein Klanggemälde umsetzt.

Musikalische Leitung Daniel Carlberg
Inszenierung und Choreographie Tomasz Kajdanski
Ausstattung Dorin Gal
Projektionen Enrico Mazzi
Chorleitung Helmut Sonne
Dramaturgie Sophie Walz

Alonso, König von Neapel Joshua Swain
Sebastian, dessen Bruder Victor Acxel Villareal Salis / Juan Pablo Lastras-Sanchez
Prospera, rechtmäßige Herzogin von Mailand Anna-Maria Tasarz / Annelies Waller
Antonio, deren Bruder und unrechtmäßiger Herzog von Mailand Enea Bakiu
Ferdinand, Sohn des Königs von Neapel Jonathan Augereau / Joshua Swain
Caliban, ein wilder Sklave Sokol Bida
Trinculo, ein Hofnarr Thomas Ambrosini
Stephano, ein berauschter Kellermeister Charline Debons
Miranda, Prosperas Tochter Laura Costa Chaud / Anna Jo
Ariel, ein Naturgeist Joe Monaghan / Enea Bakiu
Geister Bobby Bernstein / Anna Jo / Mélanie Legrand / Annelies Waller
Solo-Sopran Jagna Rotkiewicz / Gerit Ada Hammer
Anhaltische Philharmonie
Damen des Opernchores des Anhaltischen Theaters

PRESSESTIMMEN

Joachim Lange, Dresdner Neueste Nachrichten, 05.02.2013

Sturm, Sturm, überall Sturm

Am Anhaltischen Theater Dessau wird aus Shakespeares Klassiker eine getanzte Exkursion in Innere

Ein Sturm, der sich gewaschen hat. Und doch kein Schaden weit und breit! Im Gegenteil. Aus dem Anhaltischen Theater in Dessau kann ein im doppelten Sinne stürmischer Erfolg vermeldet werden! Was der Titel verheißt, kam nach 70 schnell vergangenen Minuten als Jubel aus dem Saal zurück.

Die kleinen, netten Geschichten kann der Dessauer Ballettchef Tomasz Kajdanksi auch. Aber richtig gut ist er, wenn er sich (wie bei "Lulu" oder "Nachtasyl") ans Ungewöhnliche wagt und mit seiner Stück- und Musikauswahl die Herausforderung sucht. In Sachen Shakespeare muss man erst mal darauf kommen, ausgerechnet den altersweisen "Sturm" ins Choreographen-Visier zu nehmen. Und dann auch noch mit einer Musik zu kombinieren, die einer Ausgrabung gleichkommt. Aber genau das gehört längst zum Markenzeichen von Kajdanksis Arbeiten. Er hat ein ausgeprägtes Gespür für eine Musikauswahl, die jene Suggestionskraft entfaltet, die seine lustvolle und körperbetonte, auch klassische Elemente des Tanzes integrierende Sprache trägt, und ihr zugleich produktiven Reibungswiderstand entgegensetzt.

Der entdeckungslustige erste Kapellmeister Daniel Carlberg und die mit Spaß an der Freude mitziehende Anhaltische Philharmonie im Graben kombinieren diesmal zwei Komponisten miteinander. Der eine ist Ralph Vaughan Williams (1872-1958). Der hat 1948 aus der Filmmusik zu "Scott of the Antarctic" eine mit Windmaschine, Celsta, Pianoforte und Orgel aufgepeppten Sinfonie, samt Sopransolo (Jagna Rotkiewicz) und Chor destilliert. Im Kontrast dazu stehen John Cages (1912-1992) Kompositionen "Imaginary Landscape" (Eingebildete Landschaften) und "Credo in us". Dabei passt der dicke, bombastische Pinselstrich des einen erstaunlich gut zum schroff lapidaren Witz des anderen. Wobei Cage ja nicht nur eine musikalische Schredder- und Wiederaufbereitungs-Ikone ist, sondern durch seine Arbeit mit und für Tanzlegende Merce Cunningham eine besondere Affinität zum Ballett hatte.

Die atmosphärisch alptraumhafte Insel-Bühne von Dorian Gal verbindet die suggestiven Videovisionen aus wogenden Elementen und karger Insellandschaft von Enrico Mazzi im Hintergrund mit einer Schräge und einem aus wehendem Tuch handgemachten Theatersturm. So changiert die Bühne zwischen beklemmender Inseldüsternis und einem steril martialischen, abstrakten Innenraum der Macht für die Auftritte Prosperas.

In Kostümen, deren körperbetonte Zeitlosigkeit mit einer martialischen Militanz kombiniert ist, wird die Geschichte der Mailänder Herzogin Prospera erzählt, die durch eine politische Intrige gestürzt und mit ihrer Tochter Miranda auf offener See ausgesetzt wurde. Nach Jahren auf einer Insel, die sie zu ihrem Ersatzreich gemacht hat, fallen ihr die alten Gegner in die Hände. Der Laborversuch Mensch nimmt seinen Lauf. Dass es in Dessau (anders als bei Shakespeare) eine Prospera ist, ändert an der Konstellation nichts grundsätzlich. Zumal Anna-Maria Tasarz mit betonter Vehemenz ihre Macht behauptet - warum also nicht. Zudem erhält die Spannung zum früheren Herren der Insel, dem Hexensohn Caliban, für den Sokol Bida seinen verschmiertem nackten Oberkörper wie eine erotische Waffe einsetzt, so eine zusätzliche Ebene. Der andere unterworfene Inselbewohner ist beim ausdrucksstärksten Tänzer der in Hochform aufwartenden Truppe Joe Monaghan. Als feingliedrig geschmeidiger Luftgeist Ariel ist er eine Art Spielmacher im Dienste der Inselherrscherin.

In acht ineinander übergehenden Bildern erleben wir, wie die Gestrandeten (König Alonso: Joshua Swan, dessen Bruder Sebastian: Victor Acxel Willareal Salis und der Thronräuber Antonio: Enea Bakiu) umherirren. Wie Hofnarr Trinculo (Thomas Ambrosini) und Kellermeister Stephano (Charline Debons) durch die Gegend torkeln. Und wie zwischen Prinz Ferdinand und der schönen Miranda das Band der Liebe immer enger wird. Jonathan Augereau und Laura Costa Chaud machen ihren Part virtuos zu einem romantischen Pas de Deux der Hoffnung auf dieser Insel des Aufruhrs und des Machtkampfes. Am Ende geht's in Richtung der alten Verhältnisse. Prospera verzichtet auf ihre Zauberkräfte und alle Eindringlinge verlassen die Insel.

Die Schlusspointe ist hier so düster, wie der Anfang. Der zurückbleibende Caliban legt ein Feuer, dem Ariel wohl nicht entkommt. Die im Stück mitschwingende Frage, ob die Lust an der ungezügelten Macht, die im Abgrund Mensch brodelt, gebändigt werden kann, wird so jedenfalls nicht mit Zweckoptimismus beantwortet. Die Ballettfans der Region sollten sich diesen "Sturm", bei dem schlichtweg alles stimmte, auf keinen Fall entgehen lassen!

Joachim Lange, Mitteldeutsche Zeitung, 21.01.2013

Ballett erntet Jubel für Shakespeares «Sturm»

Ein Sturm, der sich gewaschen hat. Und doch kein Schaden weit und breit! Im Gegenteil. Aus dem Anhaltischen Theater in Dessau kann ein im doppelten Sinne stürmischer Erfolg vermeldet werden! Was der Titel verheißt, kam bei der Premiere am Freitag nach 70 schnell vergangenen Minuten als Jubel aus dem Saal zurück.

Die kleinen, netten Geschichten kann der Dessauer Ballettchef Tomasz Kajdanksi auch. Aber richtig gut ist er, wenn er sich (wie bei "Lulu" oder "Nachtasyl") ans Ungewöhnliche wagt und mit seiner Stück- und Musikauswahl die Herausforderung sucht. In Sachen Shakespeare muss man erst mal darauf kommen, ausgerechnet den altersweisen "Sturm" ins Choreographen-Visier zu nehmen. Und dann auch noch mit einer Musik zu kombinieren, die einer Ausgrabung gleichkommt.

Gutes Gespür für Musikauswahl

Aber genau das gehört längst zum Markenzeichen von Kajdanksis Arbeiten. Er hat ein ausgeprägtes Gespür für eine Musikauswahl, die jene Suggestionskraft entfaltet, die seine lustvolle und körperbetonte, auch klassische Elemente des Tanzes integrierende Sprache trägt, und ihr zugleich produktiven Reibungswiderstand entgegensetzt. Der entdeckungslustige erste Kapellmeister Daniel Carlberg und die mit Spaß an der Freude mitziehende Anhaltische Philharmonie im Graben kombinieren diesmal zwei Komponisten miteinander.

Der eine ist Ralph Vaughan Williams (1872-1958). Der hat 1948 aus der Filmmusik zu "Scott of the Antarctic" eine mit Windmaschine, Celsta, Pianoforte und Orgel aufgepeppten Sinfonie, samt Sopransolo (Jagna Rotkiewicz) und Chor destilliert. Im Kontrast dazu stehen John Cages (1912-1992) Kompositionen "Imaginary Landscape" (Eingebildete Landschaften) und "Credo in us". Dabei passt der dicke, bombastische Pinselstrich des einen erstaunlich gut zum schroff lapidaren Witz des anderen. Wobei Cage ja nicht nur eine musikalische Schredder- und Wiederaufbereitungs-Ikone ist, sondern durch seine Arbeit mit und für Tanzlegende Merce Cunningham eine besondere Affinität zum Ballett hatte.

Die atmosphärisch alptraumhafte Insel-Bühne von Dorian Gal verbindet die suggestiven Videovisionen aus wogenden Elementen und karger Insellandschaft von Enrico Mazzi im Hintergrund mit einer Schräge und einem aus wehendem Tuch handgemachten Theatersturm. So changiert die Bühne zwischen beklemmender Inseldüsternis und einem steril martialischen, abstrakten Innenraum der Macht für die Auftritte Prosperas.

In Kostümen, deren körperbetonte Zeitlosigkeit mit einer martialischen Militanz kombiniert ist, wird die Geschichte der Mailänder Herzogin Prospera erzählt, die durch eine politische Intrige gestürzt und mit ihrer Tochter Miranda auf offener See ausgesetzt wurde. Nach Jahren auf einer Insel, die sie zu ihrem Ersatzreich gemacht hat, fallen ihr die alten Gegner in die Hände. Der Laborversuch Mensch nimmt seinen Lauf.

Dass es in Dessau (anders als bei Shakespeare) eine Prospera ist, ändert an der Konstellation nichts grundsätzlich. Zumal Anna-Maria Tasarz mit betonter Vehemenz ihre Macht behauptet - warum also nicht. Zudem erhält die Spannung zum früheren Herren der Insel, dem Hexensohn Caliban, für den Sokol Bida seinen verschmiertem nackten Oberkörper wie eine erotische Waffe einsetzt, so eine zusätzliche Ebene. Der andere unterworfene Inselbewohner ist beim ausdrucksstärksten Tänzer der in Hochform aufwartenden Truppe Joe Monaghan. Als feingliedrig geschmeidiger Luftgeist Ariel ist er eine Art Spielmacher im Dienste der Inselherrscherin.

Auf dem Eiland toben Machtkämpfe

In acht ineinander übergehenden Bildern erleben wir, wie die Gestrandeten (König Alonso: Joshua Swan, dessen Bruder Sebastian: Victor Acxel Willareal Salis und der Thronräuber Antonio: Enea Bakiu) umherirren. Wie Hofnarr Trinculo (Thomas Ambrosini) und Kellermeister Stephano (Charline Debons) durch die Gegend torkeln. Und wie zwischen Prinz Ferdinand und der schönen Miranda das Band der Liebe immer enger wird. Jonathan Augereau und Laura Costa Chaud machen ihren Part virtuos zu einem romantischen Pas de Deux der Hoffnung auf dieser Insel des Aufruhrs und des Machtkampfes. Am Ende geht's in Richtung der alten Verhältnisse. Prospera verzichtet auf ihre Zauberkräfte und alle Eindringlinge verlassen die Insel.

Die Schlusspointe ist hier so düster, wie der Anfang. Der zurückbleibende Caliban legt ein Feuer, dem Ariel wohl nicht entkommt. Die im Stück mitschwingende Frage, ob die Lust an der ungezügelten Macht, die im Abgrund Mensch brodelt, gebändigt werden kann, wird so jedenfalls nicht mit Zweckoptimismus beantwortet. Die Ballettfans der Region sollten sich diesen "Sturm", bei dem schlichtweg alles stimmte, auf keinen Fall entgehen lassen!

Helmut Rohm, Volksstimme, 21.01.2013

Anhaltisches Theater Dessau zeigt Shakespeares "Sturm" als Tanzfaszination

Mordlüsterne Höflinge und junge Liebe

Die Wolken ziehen weiter dahin. Die Insel brennt. Der Vorhang fällt. Ein Beifalls-Sturm brandet auf. Im Anhaltischen Theater Dessau erlebten am Freitagabend begeisterte Zuschauer als erste Premiere des neuen Jahres die Uraufführung des Balletts "Der Sturm".

Ballettchef Tomasz Kajdanski (Inszenierung und Choreografie) wählte wiederum eine Literaturvorlage: William Shakespeares letztes Theaterstück "Der Sturm", das 1611 in London aufgeführt wurde.

Die Vorgeschichte zur Handlung: Prospera, eine ehemalige Herzogin von Mailand und Magierin, hatte es mit ihrer jungen Tochter Miranda durch Machtintrigen am Königshof von Neapel auf eine fast einsame Insel verschlagen. Als zwölf Jahre später das Schiff des Königs von Neapel an ihrer Insel vorbeifährt, lässt sie durch ihrem Lustgeist Ariel das Schiff stranden. Unter den Schiffbrüchigen ist auch Ferdinand, der Sohn des Königs von Neapel.

Das Ballett erzählt in einer spannungsgeladenen Szenenfolge - so man sich als Zuschauer vorher vom Textinhalt zumindest einen groben Überblick verschafft hat - ein nachvollziehbar vielschichtiges und reizvolles Beziehungs- und Gefühlsgeflecht mit all seinen reizvollen Entwicklungen.

Fast alles Menschliche, im weiten Spagat zwischen Gut und Böse, wird den Zuschauern erlebbar gemacht: Macht, Hass, Gewalt, Angst, Intrigen, Eifersucht, natürlich Liebe, auch Verzeihen ...

Eine ganz besondere Faszination des Balletts entsteht durch das dem Stück innewohnende Mit- und Nebeneinander von Realität, Magie und Mystik.

Die größte Faszination jedoch ist das "Erzählen" all dieser Handlungsstränge und insbesondere der Gefühls- und Stimmungszustände mit den Mitteln des Tanzes. Tomasz Kajdanskis Choreografie-Team und seine Companie verknüpfen in ihrer Präsention auf fabelhafte Art und in begeisternder Homogenität vorzüglich beherrschten klassischen mit modernem Tanz und generieren zusätzliche Ausdrucksstärke durch schauspielerische Präsenz. Der Zuschauer kann sich so an Sprüngen, Schrittkombinationen, Pirouetten, Hebefiguren ebenso erfreuen wie er dramatische Bewegungsabläufe erlebt. Da kann einem schon das Herz aufgehen, als sich die fast verzaubert staunende Miranda (Laura Costa Chaud) und Ferdinand (Jonathan Augereau) zum ersten Mal sehen. Wenn eine junge reine Liebe aufkeimt.

Genau so stimmig nimmt man Anna-Maria Tasarz die unerbittlich machtdominante Prospera ab, die immer die Fäden der Handlung in den Händen hält, doch auch verzeihen kann.

Musik als Tongemälde der Zauberinsel

Mit eben einer solchen großen Differenziertheit agieren die beiden Untergebenen der Zauberin Prosperas: Joe Monaghan als der eher umsichtige Luftgeist Ariel sowie der mehr umtriebige Sklave Caliban (Sokol Bida). Mehr unauffällig, doch immer präsent stehen Bobby Bernstein, Anna Jo, Mélanie Legrand und Annelies Waller ihrer Herrin als Geister zur Seite. Es ist sicher ein Vorzug der Dessauer Companie, über Tänzerinnen und Tänzer zu verfügen, die diese Anspruchsvielfalt mit intensiver Arbeit erfüllen können.

Die mordlüsternen Höflinge König Alonso (Joshua Swain), Sebastian (Victor Acxel Willareal Salis) und Antonio (Enea Bakiu) erfahren am Schluss das Verzeihen der Prospera. Die dann auch den Jungverliebten ihren Segen gibt.

Die humorvollen Parts erfüllen im Wesentlichen Thomas Ambrosini als der Hofnarr und Charline Debons als meist berauschter Kellermeister.

Die Faszinations-Palette der Ballett-Uraufführung bereichert die ausgewählte Musik, die ein "Tongemälde der Zauberinsel" (Programm) auftut. Tomasz Kajdanski entschied sich für Stücke von John Cage ("Imaginary Landscape") und Auszüge aus der "Sinfonia Antartica" von Ralph Vaughan Williams. Und diese Musik wird von der Anhaltischen Philharmonie unter Daniel Carlberg sehr engagiert gespielt.

Die Damen des Opernchores des Anhaltischen Theaters mit der Solosopranistin Jana Rotkiewicz (Leitung Helmut Sonne) gestalten zeitweise den mystisch-akustischen Background.

Räumlich minimalistisch, aber auch mit effektvoll eingesetzten Wellenimitationen, symbolhaft eingebettet und optisch anspruchsvoll hinterlegt wurde das Ballett von Dorin Gal (Bühne und Kostüme) sowie Enrico Mazzi (Video).

Wolgang Schilling, MDR Figaro, 19.1.2013

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